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Sind sind hier: Startseite - Aktuelles - Artikel 23.11.2015

Das ideologische Erbe eines großen Sozialdemokraten!

Schenefeld, 23.11.2015

Portrait: Jens Fechner

Der Genosse und Altkanzler Helmut Schmidt ist tot!

Der letzte Anker in eine ruhmreiche und kämpferische sozialdemokratische Zeit ist gegangen, bzw. vorausgegangen.

Die in der Presse zu lesenden Nachworte überschlagen sich, selbstverständlich mit Fug und Recht, mit Ehrerbietung. Politische Gegner und Freunde, Wähler, Bürger, Bekannte und Unbekannte verneigen sich vor diesem großen Mann, seinen Taten und seiner Geisteshaltung.

Helmut Schmidt hat, nicht zuletzt aufgrund seines Offiziershintergrundes, eine ehrenhafte Note in die SPD und die deutsche Politik gebracht. Dies tat er aber eben nicht durch stetige Ermahnungen Anderer, sondern vor allem durch eine vorbildliche Geisteshaltung, die an einen eigenen inneren Codex gekoppelt war.

Es ging dem Genossen eben nicht darum als Moralapostel „Selter zu predigen…“, sondern das eigene Leben richtig und gerecht zu führen und vielleicht mit gutem Beispiel voranzugehen. Sicherlich gab es in der Vergangenheit viele kontroverse Diskussionen über politische Entscheidungen, die Helmut Schmidt getroffen hat. Jede dieser Entscheidung ist aber definitiv nach bestem Wissen und Gewissen getroffen worden!

Seine Auslegung der sozialdemokratischen Grundwerte „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ differierten sicherlich von der eines Willy Brands oder eines Max Brauers; nichtsdestotrotz hat er den Katechismus dieser Grundwerte, und hierbei vor allem ihre Wichtigkeit für die sozialdemokratische Idee erkannt und verinnerlicht.

Helmut Schmidt

Helmut Schmidt hat verstanden, dass die Identifikation des Bürgers mit der SPD nur möglich ist, wenn eine ideologische Grundfeste gegeben ist. Durch seinen Glauben an die sozialdemokratische Idee, seine Leidenschaft und seine intellektuellen Fähigkeiten hat er den Bürger von diesem Verständnis überzeugen und begeistern können.

Wie eingangs erwähnt, ist Helmut Schmidt der letzte Anker in eine ruhmreiche sozialdemokratische Vergangenheit. Die Fußstapfen, die der Genosse hinterlässt, sind definitiv zu groß für jeden Sozialdemokraten, der gegenwärtig in dieser Partei aktiv ist.

Dies ist aber in Ordnung! Denn jeder Sozialdemokrat ist nunmehr gefragt, ob er sich der Ideologie des sozialdemokratischen Erbes stellen, oder weiterhin durch Wankelmütigkeit, kindische Unvernunft und fehlendem Mut sich selbst der Vergessenheit Preis geben möchte. Die Entscheidung muss jeder Sozialdemokrat für sich selbst treffen!

Jene, die sich aber bewusst oder unbewusst diesem Erbe entziehen, sollen aber zumindest den Respekt aufbringen, den Anderen, die das ideologische sozialdemokratische Erbe anzutreten und den steinigen Weg zu gehen bereit sind, aus dem Wege zu gehen und Diese nicht auch noch zu behindern.

Es geht nunmehr um das Erwachsenwerden einer neuen politischen Generation! Nur wenn dieser Schritt von jedem einzelnen Sozialdemokraten, der sich ernsthaft für einen solchen hält, getan und die hierfür erforderliche Geisteshaltung auch angenommen wird, kann das ideologische sozialdemokratische Erbe, welches der grosse Helmut Schmidt hinterlassen hat, auch bewusst angetreten werden.

Jens Fechner
AfA-Kreisvorstand Pinneberg