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Sind sind hier: Startseite - Aktuelles - Artikel 14.5.2014

Eine Pflegekammer, für die Arbeitnehmer toll?
Wird die Pflege zum Pflegefall? ...

Prisdorf, 14.5.2014

Portrait: Jonny Dames

Die Pflege für unsere Gesellschaft hat durch ihr Engagement und Idealismus einen sehr guten Ruf. Zurecht werden in der Öffentlichkeit die schlechten Arbeitsbedingungen und insbesondere die schlechte Vergütung kritisiert.

Dies wird durch eine Pflegekammer in keiner Weise verbessert. Hier sind die Tarifpartner und die Politik sehr gefordert. Die Politik muß umdenken und die Rahmenbedingungen auf den Weg bringen.

Wird die Pflege zum Pflegefall?

Diese Frage wird immer dringlicher für Arbeitnehmer in den Pflegeberufen. Wie soll es weitergehen, wenn Arbeitnehmer Zwangsabgaben für eine Selbst-verwaltung einer Pflegekammer von Ihren niedrigen Einkünftten aufbringen müssen? Hier werden viele Fragen bis heute nicht beantwortet.

  1. um die Personalnot in der Pflege zu beantworten?
  2. um das Ansehen der Pflegekammer aufzuwerten?
  3. um eine Qualifzierung durch die Pflegekammer ins Land zu holen?
  4. um Pflegebürokratie wirksam abzubauen?
  5. um die Pflegeleistung gerechter zu vergüten?
  6. um das Pflegesystem finanzierbar zu gestalten?

Die Landesregierung plant eine Pflegekammer in Schleswig-Holstein, sagt aber nicht, welche Intention die zukünftige Pflegekammer hat. Klar ist, dass irgendjemand die Kosten für die Selbstverwaltung übernehmen muss. Hier wird ein Bürokatiemonster konstruiert.

Hinzu kommt, dass es Interessenverbände in der Pflege allesamt nicht schaffen, eine Verbesserung der Bedingungen für die Pflegenden zu erreichen. Es verschlechtert sich stetig. Auch durch viele Aktivitäten sind schleichende Verschlechterungen eingetreten.

Die etablierten Kammern haben sich bei selbsständigen Berufen, wie. z. b. die Rechtsanwaltskammern bewährt, jedoch nicht bei abhängig Beschäftigten.

Wir von der AfA können die Gründung einer Pflegekammer in SH nicht nachvollziehen. Dies ist unfassbar und nicht zumutbar. Viele Arbeitnehmer/innen in den Pflegeberufen sind Teilzeitbeschäftigte und oft auch noch alleinerziehende Mütter.

Hinzukommt, dass die Gewerkschaften durch eine Pflegekammer nicht gestärkt werden. Es wird eine Zwangsabgabe zwischen 8,00-25,00 EUR z. Zeit diskutiert und das bei derzeit sehr niedrigen Einkommensverhältnissen. Hier werden erhebliche Arbeitnehmerrechte umgangen, im Klartext ausgehebelt.

Dies ist so nicht verantwortbar

  1. Eine lebenslange berufliche Zwangsmitgliedschaft für alle pflegenden Berufe
  2. Keine Altersversorgung
  3. Zusätzliche Kontrollen Ihrer Arbeit, mehr Bürokratie
  4. Zusätzliche Fortbildungen auf eigene Kosten

Die Zwangsmitgliedschaft in der Pflegekammer droht für alle Gesundheits- und Krankenpfleger/inner (GKP) , Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen sowie Altenpfleger/innen (AP). Sie erhalten keine Altersversorgung und keine Mitspracherechte bei Pflegeveranstaltungen. Sie bekommen lediglich eine Pflegekammer zweiter Klasse.

Die Pflegekammer ist kein Ersatz für die etablierten Berufsverbände. Die Pflegekammer wird eine reine Selbstverwaltung sein, auf Kosten von Arbeitnehmern. Sie ist auch kein Vertragspartner bei Rahmenvertragsvereinbarungen usw.

Nochmal - Welche Aufgaben übernimmt eine Pflegekammer nicht?

  1. Sie führt keine Tarifverhandlungen. Diese bleiben ausschließlich Aufgaben der Gewerkschaften und Arbeitgeber.
  2. Die Pflegekammer verhandelt keine Gebührenverordnung von pflegerischen Leistungen mit den Kostenträgern. Dies ist die Aufgabe der Leistungserbringer.
  3. Die Kammer wird weder Ausbildungsregelungen erlassen noch die Ausbildungsstätte überwachen. Dieses ist Aufgabe des Bundesgesetzgebers bzw. des Landesamtes für soziale Dienste.
  4. Sie ersetzt nicht die Berufsverbände, die weiterhin die verbandspolitischen Interessen vertreten.
  5. Die Pflegekammer wird keine zusätzliche Altersversorgung der Pflegenden aufbauen.
  6. Sie führt keine zusätzlichen Qulitätsprüfungen vor Ort durch.

Die Pflegekammer ist abzulehnen, weil Sie nichts für die Pflegeberufe nachhaltig bewirkt.

Jonny Dames
AfA-Kreisvorstand Pinneberg