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Sind sind hier: Startseite - Aktuelles - Artikel 14.3.2015

… and the Oscar goes to … Entgeltgleichheitsgesetz!

Elmshorn, 14.3.2015

Portrait: Christoph Schmidt

Schaffen wir endlich das Ende des billigen Geschlechts? Wir müssen es! „Es ist Zeit für gleiche Bezahlung!“ rief die Oscar-Preisträgerin Patricia Arquette bei der Verleihung der Oscars Ende Februar unter dem Jubel der meisten Gäste im Saal.

Am 20 März ist es für viele arbeitenden Frauen endlich soweit: Dann ist Equal-Pay-Day – bis dahin mussten sie in diesem Jahr umsonst arbeiten. Während Männer bereits ab dem 1. Januar Geld verdienen, gibt es für Frauen eine 79 Tage währende Lohnlücke. Erst ab dem 20. März werden Frauen für die gleiche Arbeit entlohnt.

Die Brandrede der Oscar-Gewinnerin Arquette machte zur besten Sendezeit und größtmöglichen weltweiten Aufmerksamkeit deutlich, was seit Jahren weltweite Praxis ist. Gleiche Arbeit wird nicht gleich bezahlt. Lohndiskriminierung ist im auch reichsten Land Europas Realität.

Seit vielen Jahren engagieren sich die Business and Professionel Women BPW-Germany) mit dem Equal-Pay-Day für eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Jedes Jahr aufs Neue berechnen sie, wann der Lohnunterschied zwischen Mann und Frau ausgeglichen ist. Dieses Jahr ist es der 20. März.

Deutschland steht im europäischen Vergleich mit durchschnittlich 21,6% Gehaltsunterschied besonders schlecht da – europaweit gilt ein Durchschnitt von 16,4%! Dennoch wird Lohndiskriminierung bewusst in Kauf genommen. Ja, man freut sich sogar darüber nach dem Motto: Ist doch Klasse, wenn wir Frauen einstellen – da kriegen wir gleiche Leistung für weniger Geld.

Seit einiger Zeit ertönt weitere schäbige Begleitmusik. Da wird Frauen doch ernsthaft nahegelegt, selbst etwas daran zu ändern zu können. Nur: wenn sie es tun, ist das häufig der Grund für Kündigungen. Wenn ein Mann eine Gehaltserhöhung einfordert, wird sie in vielen Fällen gewährt. Wenn eine Frau das gleiche tut, wird plötzlich ihre Leistung als nicht ausreichend bemängelt.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will mit dem etwas sperrig klingenden „Entgeltgleichheitsgesetz“ endlich dagegen angehen. Und allein die Ankündigung bringt die Unternehmen und ihre Verbände ebenso auf Zinne, wie auch die Koalitionspartnerin auf Bundesebene.

Dabei will sie nur umsetzen, was schon lange im Grundgesetz und auch in der Grundrechtecharte der EU festgeschrieben ist: die Gleichbehandlung von Frauen und Männern, auch beim Arbeitsentgelt. Das Thema Lohngleichheit steht sogar im Koalitionsvertrag. Mit dem Entgeltgleichheitsgesetz soll endlich offen über Geld gesprochen werden. Es soll Transparenz in den Betrieben schaffen, die Voraussetzung dafür ist, dass Frauen und Männer das gleiche Gehalt für die gleiche Arbeit bekommen.

Transparente Vergütungsstrukturen und Arbeitsbewertungsverfahren sind eine zentrale Voraussetzung, um die Lohnlücke von 22 Prozent endlich zu schließen. „Damit Frauen die Bezahlung fordern können, die ihnen zusteht, müssen sie jedoch den Wert ihrer Arbeit und die betriebs- und branchenüblichen Gehälter kennen“ so die BPW-Präsidentin Henriette von Platen. Es geht dabei nicht um den Cent-genauen Vergleich, sondern um das Durchschnittsgehalt der Gruppe vergleichbarer Männer und Frauen in den Betrieben.

Und wie reagieren Unternehmen und Union? „Wir wollen keine Maßnahmen, die Unfrieden in die Unternehmen bringen.“ sagt Holger Lösch vom Bundesverband der Deutschen Industrie. Ein Spitzenfunktionär des Handwerks warnt vor einem Klima des Misstrauens und Ausforschens. Die Koalitionspartnerin auf Bundesebene zeichnet gleich ein Bürokratiemonster an die Wand. Aber an der Wand kleben schon einige solcher Etiketten, die wir bereits vom Mindestlohn und mehr oder minder allen SPD-Projekten in dieser Regierung kennen.

Es wird Zeit, die miese Bilanz der Verdienstunterschiede von Frauen gegenüber Männern in Deutschland zu verändern. Es muss endlich Schluss sein mit 28% Verlust bei Versicherungskauffrauen, 20% Verlust bei Filialleiterinnen, 19% Verlust bei Bankkauffrauen, 17% Verlust bei Köchinnen, 16% Verlust bei Großhandelskauffrauen - und und und.

Wir brauchen ein Umdenken in der Wirtschaft: ein faires Unternehmen bezahlt Frauen und Männer für gleiche Arbeit den gleichen Lohn – und sagt das auch.

Wir brauchen das Entgeltgleichheitsgesetz!
Und gleiche Bezahlung! Jetzt!

Christoph Schmidt
AfA-Kreisvorstand Pinneberg