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Sind sind hier: Startseite - Aktuelles - Artikel 9.4.2015

DGB-Kurzstudie: Auswirkungen des Mindestlohns
auf den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein

Hamburg, 9.4.2015

Keiner der verfügbaren Indikatoren weist auf negative Beschäftigungswirkungen nach der Einführung des Mindestlohnes in Deutschland hin. Auch für Schleswig-Holstein lassen sich keine negativen Beschäftigungseffekte feststellen. Im Gegenteil, es liegt die Vermutung nahe, dass sogar vielfach MiniJobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt worden sind. Ein durchaus willkommener Effekt, da hierüber die soziale Absicherung der Beschäftigten steigt und das soziale Sicherungssystem in Deutschland stabilisiert wird.

Diese Einschätzung trifft sich auch mit bundesweiten Einschätzungen anderer Institutionen. So stellte der Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“, Enzo Weber, fest: „Auch Wirtschaftsbereiche, die vom Mindestlohn besonders betroffen sind, bauen weiterhin Beschäftigung auf“. Schon diese Entwicklung deute darauf hin, dass in diesem Jahr von der Mindestlohnregelung „insgesamt keine entscheidenden negativen Effekte“ ausgehen werden, schätzt das IAB.4

Auch ein Ausweichen in die sogenannte „Schwarzarbeit“ lässt sich insgesamt u.E. nicht feststellen, da es insbesondere in den besonders betroffenen Branchen einen erheblichen Beschäftigungszuwachs gibt. Die Ausnahme für Langzeitarbeitslose hat sich zudem offensichtlich nicht bewährt, sie sollte alsbald zurückgenommen werden. Auch geringqualifizierte Beschäftigte mit niedrigen Löhnen werden offensichtlich, entgegen der Annahmen der Mindestlohnkritiker, nicht aus dem Arbeitsmarkt gedrängt.

Sicherlich wird es notwendig sein, die Wirkungen des Mindestlohnes auf längere Zeit zu beobachten, um seriöse Schlüsse zu ziehen. Allerdings sehen wir uns gezwungen, auch mit ersten Daten eine erste Einschätzung zu geben, da verschiedene Lobbyverbände weiterhin sehr negative Auswirkungen auf die Beschäftigung suggerieren, die es wie hier gezeigt werden konnte nicht gibt.

Eine der größten Arbeitsmarkt- und Sozialreformen ist unseres Erachtens ein großer Erfolg und gibt der Arbeit ein Stück Würde zurück. Dies ist und war den Gewerkschaften ein großes Anliegen. Umso wichtiger ist die Kontrolle der Einhaltung des Mindestlohnes. Daran haben nicht nur betroffene Arbeitnehmer ein großes Interesse, sondern auch Unternehmen. Es darf einfach nicht derjenige Unternehmer der Dumme sein, der den Mindestlohn zahlt. Hierzu ist nicht nur eine ausreichende Ausstattung von Gewerbeaufsicht, Arbeitsschutz und Zoll notwendig, sondern auch die Dokumentationspflicht als Grundlage für jedes Prüfverfahren.

weitere Info in der vollständigen DGB-Kurzstudie