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Sind sind hier: Startseite - Aktuelles - Artikel 4.2.2014

Einstieg in den Ausstieg: Die abschlagsfreie Rente ist willkommen – aber sie hilft nur Wenigen

Uetersen, 4.2.2014

Portrait: Kay-Uwe Dohrn

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen zukünftig schon mit 63 Jahren verlustfrei in die Rente gehen können, sofern sie zum Zeitpunkt der Beantragung 45 Jahre lang Rentenversicherungsbeiträge geleistet haben. Berücksichtigt werden:

  • Zeiten der unselbständigen oder selbstständiger Tätigkeit oder Pflege
  • Erziehungszeiten für Kinder bis zum 10. Lebensjahr und
  • Lohnersatzleistungen wie
    • Schlechtwettergeld
    • Kurzarbeitergeld
    • Leistungen während Weiterbildungen
    • Insolvenzgelder und
    • Kurzzeitige Unterbrechungen durch Zeiten der Arbeitslosigkeit

Das Vorhaben ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung, denn es schützt vor unliebsamen Überraschungen in der Zeit zwischen Berufsaus- und Renteneinstieg.

Die Zahl derer, die von dieser Regelung profitieren können, ist allerdings gering. Es betrifft nur einen kleinen Teil jener Beschäftigten, die noch auf eine mehr oder weniger durchgängige Erwerbsbiographie zurück blicken können – heute eher die Ausnahme als die Regel.

Im Gegensatz dazu sehen sich sehr viele Menschen mit einem ganz anderen Problem konfrontiert: NICHT einbezogen werden nämlich Zeiten der sog. Dauer- und Langzeitarbeitslosigkeit. Eine „fragmentierte“ Beschäftigungshistorie, im Zuge der Flexibilisierung als Wunderwaffe für den Erhalt des Wettbewerbs gepredigt, erweist sich heute immer mehr als Sackgasse für die Betroffenen.

Die Situation älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland ist nach wie vor höchst unbefriedigend, weil inzwischen weniger als ein Drittel der 60- bis unter 65jährigen überhaupt einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgeht. Wer darüber hinaus aus gesundheitlichen Gründen zwischen 55 und 60 dem Arbeitsmärkt nicht mehr oder nur noch  teilweise zur Verfügung stehen kann, ist akut von Armut und sozialem Abstieg bedroht.

Der Einstieg in den Ausstieg liegt fast immer nicht in der Hand der Betroffenen und endet leider viel zu häufig im sozialen und wirtschaftlichen AUS – und das ebenfalls nach über 35 und mehr Jahren Schufterei!

Die AfA KV Pinneberg sieht genau hier einen weiteren wichtigen Handlungsschwerpunkt. Neben der Gesetzesinitiative zum vorzeitigen unschädlichen Ausscheiden gilt es, nun auch Regelungen zur nachhaltigen Vermeidung von Altersarmut in Gang zu setzen – eine vielleicht viel größere Herausforderung für die Sozialdemokraten.

Kay-Uwe Dohrn
AfA-Kreisvorstand Pinneberg